Unser Immunsystem ist ein Abwehrsystem, das unseren Körper vor schädlichen Einflüssen, die von außen ständig auf ihn einwirken, schützt.
Das Immunsystem besteht aus vielen Millionen Immunzellen und ist in allen Organen, im Blut und im Lymphsystem ständig aktiv. Bakterien, Viren, Parasiten, Giftstoffe und Pilze müssen abgewehrt und unschädlich gemacht werden. Auf Verletzungen muss schnell reagiert werden. Bei jeder Abwehraktion gehen Millionen von Immunzellen zugrunde und es werden sofort wieder neue gebildet.
Dabei funktioniert unser Immunsystem auf zweierlei Weise: in der spezifischen - also gezielten Abwehr - und der unspezifischen - also ungezielten Abwehr.
Die spezifische Abwehr müssen wir uns im Laufe unseres Lebens erst erwerben. Sie richtet sich gegen die Erreger, die unser Organismus bereits kennen gelernt hat. Beim Erstkontakt mit einer fremden Substanz, die der Körper als gefährlich oder schädlich identifiziert, wird eine spezifische Immunreaktion ausgelöst und damit der Eindringling unschädlich gemacht. Unser Immunsystem speichert diese Vorgänge wie auf der Festplatte eines Computers eine Sicherungsdatei gespeichert wird und baut dabei ein immunologisches Gedächtnis auf.
Die unspezifische Abwehr ist unsere angeborene Abwehr und geht zunächst nicht gezielt vor, sondern "bekämpft" alles und jeden. Sie tritt immer dann auf den Plan, wenn der Körper bei einem vermeintlichen oder realen "Angriff" unbekannter "Eindringlinge oder Substanzen" reagieren muss und für diesen "Ernstfall" noch keinen richtigen Plan oder Konzept hat.
An beiden Abwehrformen sind sowohl zelluläre als auch humorale (das heißt in den Körperflüssigkeiten vorkommende) Faktoren mit beteiligt.
Unser Immunsystem ist aber lernfähig und trainierbar und entwickelt sich unser ganzes Leben lang weiter.
Beide Abwehrsysteme, das spezifische und das unspezifische, sind eng miteinander verbunden und bedingen sich gegenseitig in ihrer Funktion.
Wo treffen fremde Einflüsse am ehesten auf unseren Körper und somit auf unser Immunsystem? Auf der Haut bzw. Schleimhaut, an den Atemwegen und mit der Nahrungsaufnahme und Verdauung auf den Magen-Darm-Trakt. Hier ist somit unser Immunsystem am meisten gefordert.
Unser Darm spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle - mit seiner ca. 400 m² großen Schleimhautfläche! Über 80 Prozent unseres Immunsystems sind im Darm, genauer gesagt im Dünndarm, angesiedelt. Auch befindet sich hier das Trainingslager für die Lymphozyten (das sind zelluläre Bestandteile des Blutes die zu den weissen Blutkörperchen gehören), die ebenfalls wesentlich an der Immunabwehr mitbeteiligt sind im Darm, genauer in den Peyer Plaques.
Bei der Fülle und Vielfalt der Lebensmittel und Stoffe, die wir jeden Tag mit der Nahrung zu uns nehmen, ist die Auseinandersetzung hiermit eine der schwierigsten und umfangreichsten Aufgaben, die unser Abwehrsystem im Darm zu leisten hat. Jede Störung im Darm schwächt damit auch unser Immunsystem.
Wesentlich kleiner ist dagegen mit einer Fläche von ca. 80-90m² die Schleimhautoberfläche des Atemwegsystems. Es schützt die Atemwege und Bronchien vor Keimen und Eindringlingen, die wir mit der Luft einatmen. Dies beginnt bereits in der Schleimhaut von Mund- und Rachenraum, wo eine große Anzahl verschiedener Abwehrmechanismen bereit stehen um Krankheitserreger, Umweltgifte oder andere Fremdsubstanzen abzufangen.
Die Bronchien und die Lungen mit ihren feinen, hoch effizienten Filtersystemen unterstützen diese wichtige Abwehrfunktion.
Mit ca. 2 m² Oberfläche ist unsere Haut schon die kleinste Oberfläche, die wir im "Abwehrkampf" mit Eindringlingen und Erregern zur Verfügung haben, obwohl sie viel größer erscheint. Unser Blut hat dabei neben der Versorgung aller Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff die Aufgabe, Immunzellen so schnell wie möglich an den Ort im Körper zu bringen, an dem eine Abwehr erforderlich ist.
Weitere Informationen zu Allergien finden Sie auch unter www.allergie-therapien.de.